Wieso scheitern meine Vorsätze für 2017?

Heute ist der letzte Tag des Jahres. Spätestens jetzt sollte ich mich fragen: Wie komme ich mit meinen Vorsätzen für 2016 voran? Anfang des Jahres habe ich eine Liste mit Dingen aufgestellt, die ich in diesem Jahr unbedingt erreichen will. Habe ich alle Punkte der Liste erfüllt? Nein. Leider nicht. Nicht mal annähernd. Verflixt.

Was habe ich überhaupt geschafft?

Immerhin habe ich ein paar der Punkte erreicht: Ich schneide meine Videos inzwischen mit Adobe Premiere, ich war im Urlaub, habe Deadpool im Kino gesehen (zweimal), befasse mich intensiver mit meiner Ukulele und ich führe sogar einen eigenen Musikkanal. Gegen Ende des Jahres habe ich wieder angefangen täglich zu zeichnen, womit ich ebenfalls einen Punkt abhake. Nur bei 8 Punkten, also der Hälfte, bin ich weit davon entfernt, sie zu erfüllen. Ich habe immer noch kein Haustier und ich bin immer noch nicht die beste Freundin von Ryan Reynolds.

Wieso scheitere ich?

Selbstverständlich ändern sich die Interessen im Laufe der Zeit. So kann es sein, dass manche Vorsätze an Bedeutung verlieren. Wenn ich mir die Liste ansehe, empfinde ich immer noch so gut wie alle Vorsätze als positiv. Ich finde es dann doch schade, nicht noch mehr geschafft zu haben. Wieso fällt es mir also so schwer, Dinge zu erledigen, die ich nicht tun muss, sondern selber möchte?

1. Vorsätze geraten in Vergessenheit

Während sich manche Vorsätze ins Gedächtnis brennen, geraten die meisten Punkte schnell wieder in Vergessenheit. So habe ich sofort vergessen, dass ich eigentlich regelmäßig Sport treiben wollte. Erst als ich hier und da Treppen laufen musste, wurde ich kurzzeitig an meine schlechte Kondition erinnert.

Eine Möglichkeit, sich an seine guten Vorsätze zu erinnern, wäre an einem gut sichtbaren Ort eine Liste zu platzieren. Es muss nicht mal eine Liste sein, es kann auch hilfreich sein, z.B. seine Laufschuhe und Sportklamotten ganz offensichtlich hinzulegen. Inzwischen lege ich meine To-Do-Liste immer offen auf meinen Schreibtisch. So entgeht mir die Liste nicht und ich bekomme sie immer wieder zu Gesicht.


 


2. Termingebundene Vorsätze fallen leichter

Vorsätze wie „auf den Philippinen Urlaub machen“ oder „Deadpool im Kino sehen“ habe ich problemlos von der Liste abgehakt. Die Punkte sind an feste Termine gebunden. Der Urlaub war gebucht. Der Veröffentlichungs-Termin für Deadpool war fix. Ich musste nichts weiter tun als zu warten. Wie könnte man diesen Vorteil auch für die anderen Punkte nutzen?

Man erstellt für 2017 einen Plan, der so aussehen könnte: Im Januar jeden Tag einen Menschen zeichnen. Bis Ende Februar eine gewisse Anzahl an Tieren zeichnen. Bis August ein neues Instrument beschnuppert haben. So werden die Vorsätze auf das Jahr verteilt und man kommt Ende des Jahres nicht in Not, noch schnell alles erfüllen zu müssen.

3. Tipp: Mit kleinen Schritten zum Erfolg

Der vorherige Punkt ist eng verknüpft mit dem Tipp, langfristige Ziele auf viele kurzfristige Ziele herunterzubrechen. Im ersten Moment überwältigen große Vorsätze nämlich und man denkt sich „Wie soll ich das nur schaffen?“ So ging es mir beim Punkt, ein neues Instrument zu lernen oder auf ein anderes Schnittprogramm umzulernen. Der Trick ist, das große Ziel in viele kleine Etappen einzuteilen.

Ich konnte nicht von mir erwarten, sofort jedes Lied auf der Ukulele zu beherrschen. Deshalb fing ich an, mir andere Musiker erst mal nur anzusehen. Im nächsten Schritt probierte ich die leichtesten Griffe und ich blieb bei nur einem Schlagmuster. Nach und nach übte ich andere Schlagmuster und Akkorde und ich wurde flexibler. In kleinen Schritten wirkt alles dann doch machbar.

4. Neue Gewohnheiten schaffen

Menschen sind Gewohnheitstiere. Deshalb ist es eine besondere Herausforderung, sich von alten Verhaltensmustern zu lösen und sich umzugewöhnen. Gleichzeitig ist das die größte Stärke. Am Anfang erfordert es zwar viel Aufwand, Routine reinzubringen. Aber hat man erst mal verinnerlicht, z.B. öfter „Ja!“ zu sagen oder jeden Morgen joggen zu gehen. So kann man gar nicht mehr darauf verzichten. Also unbedingt dran bleiben und die Schwelle erreichen, sich die Vorsätze zur langfristigen, festen Gewohnheit zu machen.

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5. Optimistisch bleiben

Auch wenn ich den Titel eher negativ formuliert habe, so habe ich die Hoffnung für meine Vorsätze 2017 noch nicht aufgegeben. Aus der Frage „Wie kann ich im nächsten Jahr nicht scheitern?“ wird die Formulierung „Mit welchen Schritten habe ich Erfolg?“ Eine positivere Grundhaltung hat den Effekt, dass man am Ende des Wegs den Erfolg sieht, und sich nicht das Scheitern vorstellt. Oder denkt ihr beim Satz „Denkt nicht an den rosa Elefanten“ etwa nicht an den rosa Elefanten? 😉

Zur optimistischen Grundhaltung gehört auch, die kleinen Erfolge zu schätzen. Macht euch also nicht herunter, dass ihr noch nicht das große Ziel erreicht habt. Sondern seid stolz, dass ihr es so weit geschafft habt und auf einem guten Weg seid.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr eure Vorsätze für 2016 erfüllt?

3 Kommentare on “Wieso scheitern meine Vorsätze für 2017?”

  1. Ich finde deine Tipps ganz toll und werde sie mir auf jeden Fall merken! Sie klingen 1. sinnvoll und sind 2. auch gut zu befolgen, wenn man ernsthaft an der Erfüllung seiner Vorsätze interessiert ist! Liebe Grüße 🙂

  2. Toller Beitrag! Ich finde es wichtig, dass man sich konkrete Ziele setzt, die aber auch realistisch sind. Wenn man sich selber sagt ich mache ab nun an mehr Sport ist es wohl doch zu vage um es umzusetzen 🙂

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